The Trick Is - fertig

Posted August 25th, 2008 by AlexW
Categories: Schreiben

Die Charity-Story mit dem Titel “The Trick Is” ist fertig und von mir bereits ueberarbeitet. Jetzt muss der Co-Autor da nochmal drueberschauen, dann legen wir die Story der Gewinnerin vor - und bei Freigabe/Abnicken geht die Story hier ebenfalls online. Sie ist “jugendfrei” genug. :)

Mit 8tausend Woertern auch ziemlich genau so lang geworden wie erwartet. Als Stil-Experiment gut geworden, denke ich, und fuer 2-3 Tage Arbeit ein sauberes Ergebnis. Der Titel bezieht sich auf eine Dialogzeile aus “Lawrence of Arabia”: “The trick is not minding that it hurts.”

Und all denen, die glauben, ich koennte nur Russen schreiben - in diesem Fall habe ich meinen ersten Beduinen und Moslem geschrieben. Und ich kann mir gut vorstellen, noch weitere folgen zu lassen.

Jetzt auf zum Nicaragua-Roman.

Schreibfront

Posted August 24th, 2008 by AlexW
Categories: Schreiben

Nachdem die Punisher-Story fertig geworden ist (samt einer “freischwebenden Szene”, die dazugehoert), habe ich mich an eine Story gemacht, die ich bei einer Charity-Auktion versteigert habe - fuer 50 U$ 1.000 bis 5.000 Woerter nach Vorgabe. Die Vorgabe ist jetzt, fast 6.000 Woerter spaeter, halb erfuellt, aber wir werden wohl noch wenigstens 3.000 Woerter brauchen. Auch das ist eine Co-Produktion; sich mit einem anderen Autoren zusammenzutun hat einen ganz besonderen Reiz, und in dem Fall ist mein Co-Autor der Lawrence-Kenner (enorm praktisch). Die Story selbst ist in einem etwas altertuemelnden Stil geschrieben, der sich massiv von dem unterscheidet, wie ich sonst schreibe, und ich schreibe den ersten arabischen Charakter meiner Karriere.

Dabei habe ich es mit der Recherche, wieder mal, recht ernst genommen und mir von T. E. Lawrence “Seven Pillars of Wisdom” samt einer Biographie zu Lawrence besorgt. Beides habe ich erst angefangen - ich brauchte das Wissen nicht fuer die Story, es war mehr ein Impuls, der mich zu Amazon brachte, aber bisher ist Seven Pillars of Wisdom ein Knaller.

Gleichzeitig haben Cliff und ich mit dem Nicaragua-Projekt angefangen, zu dem die Recherche parallel laeuft. Soll heissen, ich schreibe und lese parallel ueber das, was ich da schreibe, und wenn mir ein Widerspruch begegnet, dann gehe ich zurueck und klaere das Problem. Das ist fuer mich die optimale Arbeitsweise, da ich, wenn ich nicht parallel schreibe, nie “ausrecherchiert” habe, und daran sind mir schon mehrere Projekte verreckt. Ein Exposee zur Vorlage beim Verlag haben wir auch, ich muss jetzt nur das erste Kapitel abschliessen, damit Cliff mit Kapitel 2 loslegen kann. Das ist im wesentlichen der Plan fuer heute, ausser Fitness-Studio, eventuell Shoppen, wenn ich mich aufraffen kann.

Anonsten habe ich eine Ausschreibung fuer englisch-sprachige Militaerromane entdeckt, auf die ich mich wohl einlassen werde. Die wesentliche Frage ist: Wann und Wo? Es gibt ein paar faszinierende Konflikte auf der Welt und in der Vergangenheit, als Historiker bin ich da weitgehend ungebunden. Selbst wenn das Buch ueber den “Winterkrieg” lockt, so wuerde mir das zuviel Recherche-Aufwand; denn ueber den weiss ich wirklich nur das, was in der Wikipedia steht.

Fein, fein, wir haben’s begriffen, China

Posted August 23rd, 2008 by AlexW
Categories: Politik

So toll ich teilweise Olympia finde - der Waterwuerfel, das Vogelnest, die sexy Sportler, Usain “Lightning” Bolt - mittlerweile geht mir eines richtig auf die Nuesse, und das ist Chinas Unsportlichkeit.

Gut, man kann von einem Land, in dem Sun Tsu gelebt wird, nicht “fair play” erwarten. Das ist ein britisches Konzept, einigermassen erfolgreich in den gesamten Western exportiert. Und solange es um quantifizierbare Leistungen geht (Hoehe/Weite in Zentimetern, Platzierung im Feld, Schnelligkeit in Sekunden) ist auch alles in Ordnung. Da geht’s um Objektivitaet (wenn wir mal ignorieren, dass Doping immer im Spiel ist/sein koennte). Schlimm wird’s, wenn das “menschliche Element” hinzutritt.

Dan naemlich schieben sich die Chinesen die Punkte zu, dass es kracht. Besonders auffaellig war das im Tae Kwon Do und den anderen Kampfsportarten. Schatzi war/ist selbst Braungurt im Tae Kwon Do und hat Tuerniererfahrung, und ich gehe davon aus, dass er weiss, wovon er redet, wenn er sagt, etwas war ein Treffer oder kein Treffer. Und so entscheiden die Kampfrichter permanent zu Gunsten der Chinesen; frei nach dem Motto, das ist unser Sport, unsere Olympiade, und unsere Goldmedaille, stellt euch auf den Kopf, egal, wie gut ihr seid, das sind UNSERE.

Sport *ist* politisch. Grossereignisse sind politisch. Aber man koennte den Chinesen noch ein paar Punkte geben dafuer, dass sie sich grosse Muehe geben - aber ein bitterer Beigeschmack bleibt. Eine Kolumne im Handelsblatt die Tage brachte es gut auf den Punkt:

“Wenn Sie zu den Spielen nach Peking kommen, werden Sie Hochhäuser, weite Straßen, moderne Stadien und begeisterte Menschen sehen”, schrieben vor Monaten der bekannte Bürgerrechtler Hu Jia und der Anwalt Teng Biao in einem offenen Brief. Die ausländischen Besucher könnten allerdings nicht sehen, dass alles “auf der Grundlage von Missständen, Tränen, Inhaftierungen, Folter und Blut gebaut” sei. Im April wurde Hu Jia wegen “Untergrabung der Staatsgewalt” zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Teng Biao hat im Mai seine Anwaltslizenz verloren. In China gebe es bei den Menschenrechten keine Fortschritte, sagt Mark Allison von Amnesty International in Hongkong. Die Lage habe sich eher verschlimmert: “Aktivisten wie Hu Jia sind eingesperrt worden, gerade weil sie einen Zusammenhang zwischen den Spielen und Menschenrechten hergestellt haben.”

Moskau wurde boykottiert wegen des Afghanistan-Krieges. Viele juedische Sportler sind nicht nach Berlin gekommen. So sehr ich mich fuer die Sportler freue, desto unsympathischer werden mir die Chinesen. Vielleicht haben die olympischen Spiele und die krassen Verletzungen von Pressefreiheit, Menschrenrechten, die Verurteilung zweier alter Frauen (77 und 79 Jahre alt) zum Arbeitslager und massenweise andere widerliche Verbrechen zu wenigstens einem gefuehrt: Der Welt ist klarer als je zuvor, dass sie es mit Sun Tsus Erben zu tun haben, wo alles Strategie ist, und das gepaart mit einem allmaechtigen, voellig gewissenlosen, widerlichen Machtapparat. Wie bei allen Unterdrueckerstaaten gilt die Verurteilung dem System, nicht den individuellen Chinesen.

Mein olympischer Anti-Held: China.

Mein olympischer Held: die kroatischen Segler, die den Daenen ihr Boot geliehen haben - und die Daenen haben, trotz Protest der Spielverderber Italien & Spanien, Gold gemacht. Das ist fair play, das ist der olympische Geist. Go, Kroatien! Go, Daenemark!

Die schwarze Welle

Posted August 22nd, 2008 by AlexW
Categories: Deutschland, Erinnerung, Familiendrama, Leben

Das sukzessive Wegsterben der Generationen vor einem ist wie eine schwarze Welle - man sieht nach vorn, und sieht, wie’s einen nach dem anderen verschlingt. Urgrosseltern zuerst (dann ist man noch Kind). Als Erwachsener dann die Grosseltern, und dann die eigenen Eltern, hoffentlich, wenn man alt genug ist, um damit klarzukommen oder gar bereits die naechste Generation in die Welt gesetzt und aufgezogen hat.

Gestern ist meine Grossmutter gestorben. Der Hirntumor haette ihr 6 Monate geben sollen, sagten die Aerzte, aber nach 2 war Schluss. Zusammengebrochen, tot, vorbei. Gut, gesegnetes Alter, klar. Die Matriarchin ist gegangen. Ueber die Toten nichts Schlechtes. Aber viel Schlechtes gibt’s auch gar nicht. Klar, gibt’s in Voiatas Mutter viel von meiner Oma, die andere Haelfte ist eine Tante von mir (minus Plastikhaarklammern). Bei der Aufbahrung ihres Mannes vor einigen Monaten wurde mir klar, dass ich sie, rein emotional gesehen, mag/mochte. Bei alles Charakterfehlern, allen kleinen Nickeligkeiten, den Missverstaendnissen, den Fiesitaeten, die bei uns in der Familie fast der einzige Weg sind, zu sagen: Du bedeutest mir was - auf reiner kreatuerlicher Ebene habe ich sie wirklich gemocht. Ich habe mich ueber sie und ihre hochproduktiven Eierstoecke lustig gemacht, habe mich bei einigen Stories geekelt, in Rage gedacht/geschrieben, aber am Ende konnte sie’s nicht besser und hat ihr Leben gelebt, in all dem Materialismus, all dem Protzen, dem “aspirativen” Lebensstil, der alles aufgezehrt und nichts den Kindern gelassen hat … da war doch keine Boesartigkeit, nur ein seltsam freundliches Versagen.

Es tut mir um ihre Kinder leid. Ich selbst hab nie genug dazugehoert, um zu leiden. Ich bedauere, ich bin heute auch nicht zum Arbeiten zu gebrauchen und bin entsprechend auf “compassionate leave”, ich denke, ich haette vielleicht direkt nach der Diagnose rueberfliegen sollen und nicht auf Prognose bauen sollen. Aber ich hatte keine “offenen Rechnungen”, ich habe “closure”, den Abschluss.

Die schwarze Welle fing bei meiner Mutter an, ging dann zu meinem biologischen Vater, dann meinem Grossvater, jetzt meiner Grossmuter. Nicht nach Alter, Stand, oder irgendeiner Form von Gerechtigkeit. Jetzt steht noch die Generation meiner Mutter - ihre Geschwister - zwischen mir und dem Nichts. Ich habe noch eine Generation Zeit, oder es ist morgen vorbei, oder doch ganz anders. Auf jeden Fall wird mir wieder und wieder klar, wie begrenzt unsere Zeit ist und ich nicht ewig Zeit habe, um die Stories in meinem Kopf freizusetzen. Denn die muessen raus. Es waere zu schade drum.

Gleichzeitig, waehrend des Gespraechs mit meinem Onkel (der da viel emotionaler ist als ich) kam wieder die Sprache auf eine ganz boese Geschichte, die, so hoffte ich, als ich die Story das erste Mal hoerte, den Alkoholnebeln meiner Tante entstiegen ist - aber da meine Oma das bestaetigte, da sie den Taeter unbedingt vor ihrem Tod sehen wollte, dass sie ihn deswegen nicht angezeigt hat - das deutet alles in die Richtung, dass es doch kein Alkoholnebel ist. Und so ein Verbrechen in der eigenen Familie - das ist haerter wegzustecken als die Tatsache des Todes. Wir muessen alle sterben, aber wenn uns das eigene Fleisch und Blut zu Opfern macht, das ist so falsch, dass mir die Galle in der Kehle steht.

Aber was damit machen? Aussage gegen Aussage einer Toten? Welche Form von Gerechtigkeit kann man noch gewinnen? Warum, verdammt, ist sie damit nicht zur Polizei gegangen? Was tue ich, wenn ich dem Taeter wiederbegegne?

Vielleicht wird es langsam wirklich Zeit, die Familiensaga zu schreiben. Diesmal ohne viel Maskiererei. Aber das ist echt hartes Zeug, das wird gemein. Aus sowas ein Buch zu machen … hart, sehr hart. Ein Riesenstueck Arbeit. Vielleicht komme ich dem Level ein Stueck naeher, auf dem ich wenigstens den Versuch wagen kann.

In any case, Ruhe in Frieden, Beate.

Kreative Selbstverteidigung

Posted August 16th, 2008 by AlexW
Categories: Herumweinen, Schreiben

Gestern habe ich eine (weitere) Bekannte aus meinem Leben entfernt. Wobei - sich in Foren zu begegnen und auf SKYPE zu chatten ja noch nicht das reale Leben ist. In einer Forendiskussion warf sie mir vor, alle meine Charaktere seien gleich und Mary Sues - also reine Abziehbilder meiner eigenen Wuensche:

Mary Sue, sometimes shortened simply to Sue, is a pejorative term used to describe a fictional characteridealized and clichéd who plays a major role in the plot and is particularly characterized by overly mannerisms, lacking noteworthy flaws, and primarily functioning as wish-fulfillment fantasies for their authors. Perhaps the single underlying feature of all characters described as “Mary Sues” is that they are too ostentatious for the audience’s taste, or that the author seems to favor the character too highly. The author may seem to push how exceptional and wonderful the “Mary Sue” character is on his or her audience, sometimes leading the audience to dislike or even resent the character fairly quickly; such a character could be described as an “author’s pet”.

(Mehr zum Begriff auf Wikipedia)

Die eigentliche Diskussion ging gar nicht um meine Charaktere, sondern generell um schwule/bisexuelle Charaktere im “Mainstream” - die Frage ist naemlich, ob ich, um ueber “sexuelle Minderheiten” schreiben zu koennen, den Mainstream hinter mir lassen soll und nur noch im Nischenprogramm ueber Homos/Bisexuelle schreibe, oder ob ich (weiterhin) versuchen soll, “mein” Thema im Rahmen von Buechern abzuarbeiten, die *nicht* auf die enge Zielgruppe ausgerichtet sind.

Ihr Angriff kam entsprechend aus dem Hinterhalt - die Sorte unprovozierter Angriff, an dem man merkt, dass es nicht ums Thema geht, sondern nur darum, anzugreifen. Als ich nachfragte, ob sie es a) wirklich so meinte, und b) wir dasselbe unter “Mary Sue” verstehen, hat sie mir beides bestaetigt. Sie habe einen schlechten Tag, deshalb saehe sie das so.

Da ich nicht ihr Lebensgefaehrte bin, bin ich nicht bereit, zum Aggressionsabbau zu dienen; ich habe ihr auch (meines Wissens nach) nichts getan, sondern im Gegenteil vor einigen Monaten noch ihre Bewerbungsunterlagen ueberarbeitet, ihr Mut gemacht und Zuspruch gegeben und mit ihr gebrainstormt, wie sie an das Interview drangehen kann/soll.

Ich bin durchaus bereit, konstruktive Kritik anzunehmen, nur war rein gar nichts konstruktiv an ihrer Aussage - es ging nur darum, mich anzugreifen. Und ich lasse mir ungefaehr alles sagen, auch, dass ich fett und launisch und haesslich bin, aber nicht, dass ich einen Autorenfehler wie Mary Sues begehe. Da reisst der Strick, da werden die Klauen ausgefahren, und in diesem Fall fuehrte das dazu, dass ich nicht zum Gegenangriff uebergegangen bin (wie ich’s frueher getan haette - hau mir ein Messer in den Ruecken und warte auf die Pilzwolke, war frueher mein Motto), sondern ich habe ihr ein schoenes Restleben gewuenscht, nach einem herzlichen “Fuck you”, und danach ist die Dame auf meiner “Ignore”-Liste gelandet. Filter bedienen kann ich.

Fuer mich ist das Entfernen negativer Menschen, die mich in meiner Eigenschaft als Autor unprovoziert und sinnlos angreifen, kreative Selbstverteidigung. Bei dem Nicaragua-Buch kann ich naemlich weiss Adler kein Arschloch gebrauchen, die mir sagt, dass meine Charaktere alle handwerklich schlecht gemacht sind.

Das hindert mich am Eintauchen, und daran, am Schreiben Spass zu haben. Wenn mein soziales Umfeld dabei Federn lassen muss, dann ist das fuer mich voellig legitim.

Jetzt hoffe ich, dass ich genug Selbstbeherrschung haben werde, wenn ich ihr zwangslaeufig Ende Oktober begegne.

“Tony Stark, I’m going to punish you …”

Posted August 15th, 2008 by AlexW
Categories: Schreiben, Weirdness

Es gibt Tage, da bricht die Kreativitaet in mein Leben und nimmt alles mit. Essen, Schlafen, Arbeiten, Freunde, Pflicht - alles vergeht in einem Wirbel aus Farben und es zaehlt nur noch EIN PROJEKT.

Was das fuer ein Projekt ist, ist dabei voellig verhandelbar - oder auch nicht. Nein, es scheint keine Regeln, keine Gesetzmaessigkeiten zu geben. Keine Ahnung, warum ich mich an einem Projekt abquaele und ein anderes mein ganzes Leben uebernimmt. Tatsache ist, ich habe keine Kontrolle darueber.

In diesem Fall handelt es sich um eine Marvel-Fanfiction-Story, die ich mit Co-Autor geschrieben habe. Praemisse: Frank Castle, AKA the Punisher, trifft auf Tony Stark, AKA Iron Man. Wir haben in knapp sechs Wochen etwa 110tausend Woerter geschrieben. Das ganze ist englisch, und dabei wuerde den Marvel-Anwaelten wohl der Hut hochgehen, denn wir haben uns so unsere Freiheiten mit Tony und Frank genommen. Andererseits habe ich kein schlechtes Gewissen, da Marvel allgemein dafuer bekannt ist, dass die Autoren, die die Figuren geschaffen haben, an denen Marvel soviel Geld verdient, ihre Rechte an diesen abgegeben haben - und von den fetten Geldern, die bei Verfilmungen, Merchandise usw faellig werden/verdient werden, keinen Cent sehen.

Ja, die Welt ist ungerecht. Streng genommen habe ich auch meine Rechte an allem, was ich fuer SR und DSA gemacht habe, abgegeben. Aber das sind ganz andere Verhaeltnisse. Ist auch egal. Ich bin nicht Stan Lee oder Jack Kirby. Es geht auch gar nicht darum - es geht darum, dass ich mir die Freiheit genommen habe, ein reines, voellig unkommerzielles, ein bisschen anarchistisches Werk zu (co-)verfassen, das mir irrsinnigen Spass gemacht hat und das ich, sobald ich’s ueberarbeitet habe, einfach unter meinem ueblichen Online-Pseudonym ins grosse wilde Internet entlasse.

110tausend Woerter reiner Spass in sechs Wochen. Schreiben kann Droge sein. Sechs Wochen pures High.

Alex sieht: The Dark Knight

Posted July 27th, 2008 by AlexW
Categories: Kino, Rezension

Heute ist ein entsetzlich schwueler Tag. Was soll man da machen als ins Kino gehen?

In London wird gerade ganz massiv “The Dark Knight” gehypt, und man denkt fast, Christian Bale habe seine Mutter und Schwester nur deshalb taetlich angegangen, damit die Journos schreiben koennen: “Polizei verhaftet Batman”. (Ja, sie haben, fragt nicht, den Medien hier ist kein Witz zu doof).

Ich mochte “Batman Begins” - wie alle “Origin Stories” (also alle “wie wurde Tony Iron Man, wie wurde Bruce Batman, wie wuerde Frank the Punisher”-Filme) konnte sich auch Batman Begins am Charakter Batman abarbeiten, und das Ergebnis war ja auch sehr beachtlich.

Dann schiesst sich Heath ein paar Monate vor dem Filmstart letal ab. Die beste Weise, das Werk eines Kuenstlers zu verteuern, ist, diesen zu toeten oder wenigstens sterben zu sehen. Und Heath war dann auch noch jung und schoen und sicher eine schoene Leiche. Schoene Leichen waren in der Viktorianik und bei Edgar Allan Poe immer weiblich, aber seit Brokeback Mountain sind wir da emanzipiert.

Dann sagt Nolan, Heath soll den Oscar kriegen. Und das ist dann eine Newsstory, die von allen wiederholt wird. Bale sagt, Heath soll den Oscar kriegen, Morgan Freeman sagt, er soll den Oscar kriegen, und das wird solange wiederholt, bis Leute in den Film gehen, weil Heath dafuer den Oscar verdient haben soll. Marketingtechnisch … was ein Coup. Man wartet darauf, dass ein Brief von Heath auftaucht, in dem er schreibt, er will gern den Oscar, falls er unerwartet ins Gras beisst.

Heute habe ich mir den Zweieinhalben-Stunden-Schinken angesehen, im Empire in Bromley, einem der schmierigsten Kinos, in dem ich je war, und ich war in Gelsenkirchen in dem Schmuddelkino auf der Bahnhofstrasse. Dafuer ist es in der Naehe, entsprechend stoert’s dann etwas weniger, dass der Teppich bei jedem Schritt klebt und schmiert.

Batman ist, traditionell, nach dem Punisher, mein Lieblings”held”. Mittlerweile hat Iron Man ihm den zweiten Rang allerdings abgelaufen (Downey ist schuld…). Entsprechend wohlwollend war ich. Nolan ist seit “The Prestige” und nicht zuletzt “Batman Begins” mein grosser Held.

Aber richtig begeistert bin ich nicht. Ich weiss, dass etwas mit einem Film nicht stimmt, wenn ich auf halber Strecke denke “Jetzt lass gut sein, ich will nach hause, schreiben”. Ich bin, wenn ich “im Flow” bin (und das bin ich gerade) antisozial und kann mich schlecht auf aeussere Reize konzentrieren. Das als Warnung, entsprechend war ich *nicht* der ideale Zuschauer.

In The Dark Knight ist Batman eins vor allem: platt. Eigentlich ist er doch ein Langweiler, dieser Bruce Wayne. Hat alles was er nur wollen kann. Vielleicht ist er auch muede. Er will gern das “Heldentum” an den Nagel haengen, zu gunsten eines blonden Strahlemanns, der aber durch die Vorkommnisse im Film die Seiten wechselt, wenn man den Abstieg in den Irrsinn so nennen kann.

Der Soundtrack von der Zimmer-Truppe roehrt einem die ganze Zeit DUESTERE Hoerner um die Ohren, bis jeder begriffen hat, dass dies ein DUESTERER FILM IST (und schamloses Selbst-Kopieren hat Zimmer ja bis zur Olympiareife perfektioniert, entsprechend hatte ich immer wieder “The Rock”-Momente, wenn die Zitate zu offensichtlich wurden).

Alles atmet von Anfang an Verfall und Dunkelheit, ein bisschen wie das Niebelungenlied oder griechische Tragoedie. Man weiss, das nimmt kein gutes Ende, und die Zivilisten und Cops beissen reihenweise ins Gras. Staendig explodiert was. Autos, Gefangene … am Ende weiss man, dass alles verhandelbar ist - Leben und geistige Gesundheit inklusive.

Frauen waren, wie immer, Heldenliebchen. Wenigstens beisst dieses ins Gras. War auch der langweiligste Charakter - wenn sie Joker auch an einer Stelle einigermassen die Stirn bietet - wenn schon nicht mental, kann sie ihm wenigstens in die Eier treten. Bravo, Emanzipation! Danach muss sie sich natuerlich retten lassen, wie jedes Heldenliebelchen. Man muss wohl einen Schwanz haben, um einen inneren Konflikt und eine innere Entwicklung und Motivation zu bekommen. Der Film ist entsprechend weiss, maennlich, heterosexuell, bis es kracht. Joker mochte ich schon deshalb, weil er sich als Krankenschwester nen Kittel anzieht und eine Peruecke ueberstuelpt. Der Irre als Grenzueberschreiter. Und Joker zieht das ab, der traegt das Outfit ganz natuerlich, trotz bemerkenswert schoen-maennlich-muskuloes-goldener Arme.

Der Film hat ein Dutzend Plotboegen. Und ganz sicher ist der Joker-Plot der interessanteste. Sobald der abgefruehstueckt ist, bleibt es an einer eher ekligen Horrorfratze (”Two-Face”), zu versuchen, einen draufzusetzen, und das klappt nicht. Sobald der Joker “fertig” ist, ist alles andere nur noch drangehaengt, als wolle man unbedingt die 2,5 Stunden vollmachen.

In vielen Szenen war es ein Action-Spektakel mit so langen Action-Szenen, dass Ermuedung eintrat. Die Sonar-Szenen haben mich am Ende gelangweilt, weil ich so verwirrt war, was jetzt passiert, dass ich mich zurueckgelehnt habe und gewartet habe, bis die Szene vorbei ist und die Story endlich weitergehen kann. Die Verfolgungsjagden waren bombastisch, kein Vorwurf, aber in all dem Schall und Wahn kam weniger Spannung auf als in den Charakter-zentrierten Szenen.

Und das waren auch die Szenen, in denen der Joker wirklich geglaenzt hat. Heath spielt(e) Joker mit einer Intensitaet, die einfach Freude macht. Viele haben sich vor Joker erschreckt, oder gefuerchtet, aber ich fand ihn brilliant. Wenn man seine “Sicht” der Dinge akzeptiert, dann war das ein Fest. Aber mit Boeswichtern mitzudenken und zu -fuehlen ist wohl eines meiner groessten Laster, wenn’s ums Kino geht. Joker war sehr, sehr gut. Clever, anarchistisch, faszinierend. Dagegen sah Scarecrow alt aus und war auch komplett verschenkt in seinen ein oder zwei Szenen. Der fiel gar nicht ins Gewicht, dito Two-Face.

Die Joker-Szenen waren definitiv die Hoehepunkte des Film, und die absolut beste Szene ist die, wenn er seinen “magischen Trick” vorfuehrt und “den Bleistift verschwinden laesst.” Atemberaubend, und fuer mich die Szene, wo der Charakter klar wurde - da brauchte es kein irres Gelaechter mehr, keinen manischen Veitztanz, oder gar den Rest der Gewaltorgie.

Andererseits war der Film vielleicht einfach zu heftig, zu laut, zu schnell, zu viel. Ich bin mir voellig im Unklaren, ob ich ihn jetzt mochte oder nicht. Die Message, das Thema ist mir auch nicht klar. Als haette Nolan zu viel Die Matrix 2-3 gesehen und seinen Schauspielern einfach pseudo-tiefsinniges Zeugs reingeschrieben, damit es nicht “nur ein Superhelden-Film” ist, sondern was “mit Anspruch”, aber gleichzeitig so platt und beliebig, dass auch die 14-16jaehrigen Kinogaenger nicht ueberfordert werden von schwierigen Entscheidungen und tiefsinnigen Ueberlegungen.

Mein Bauch sagt, er war zu lang, zu viel, zu laut, mein Hirn klammert sich an brillianten Szenen und Einfaellen fest. Am Ende, denke ich, ist The Dark Knight ein genialer Fehlschlag, wie Gangs of New York zum Beispiel. Immer noch besser als 95% von allem, was der Hollywood-Mainstream ueber der Welt ausgiesst, aber fuer mich kein grosser Film.

Produktivitaet

Posted July 6th, 2008 by AlexW
Categories: Fading Suns, Schreiben

Ich bin nie produktiv genug - ich schiebe immer einen Riesenberg Arbeit vor mir her und nicke freundlich, wenn mir jemand mehr Arbeit anbietet.

Seit Freitag habe ich

- ein Textlein fuer Fading Suns redigiert
- ein Exposee kritisiert
- ein erstes Kapitel kritisiert (und abgeschossen - das war ein klassischer Fall von “ich musste mich erst 20 Seiten lang warmschreiben”)
- ca 100+ Seiten eines Fantasy-Epos gelesen und durchkorrigiert, zu dem ich schon vor Jahren “ja, gib mal her” gesagt hatte - nur noch ca 250+ Seiten uebrig
- Die Errata aufgestellt fuer Fading Suns 2nd Edition Revised
- ein Problem fuer ein weiteres Buch geloest - ich werde vermutlich, wenn Cliff zusagt, ueber die Sandinista in Nicaragua schreiben. Mal schauen. Guerillas gegen die Amerikaner? Passt!
- gut und gern 20-30 Seiten eines Spass-Projektes geschrieben habe, das Marvel vermutlich zum Weinen bringen wuerde. Aber sowohl Iron Man als auch der Punisher sind einfach sexy … ahem.

Und trotzdem nagt da staendig das Gefuehl “nicht genug zu arbeiten”, bzw nicht genug zu schaffen. Andere Leute haengen vor der Glotze, und ich arbeite nie genug. Jetzt weiss ich, von wem Sebastiano seinen Arbeitsalkoholismus hat - und Voiata seinen Ehrgeiz.

Speaking of Voiata
… der Mann ist nicht tot. Im Gegenteil - irgendwie hockt er in meiner inneren Seelenlandschaft auf der Nelson-Statue am Trafalgar Square und betrachtet alles aus golden Augen. Die Tauben lassen ihn da oben in Ruhe. Und man kann die Themse sehen, und Buckingham Palace.

Ich jedenfalls verziehe mich mal ins Fitness-Studio. Heute sind Arme, Ruecken und Bauch faellig, obwohl’s mir nicht so dolle geht, aber erfahrungsgemaess wird alles besser, sobald die Endorphine kommen.

Werbeunterbrechung

Posted June 29th, 2008 by AlexW
Categories: Schreiben

Die Schwulenstory, ueber die ich vor einer Weile schrieb, hat jetzt Gestalt angenommen - das Lektorat ist fertig, das Buch steht auf Amazon.

Ich wurde vom eigentlichen Herausgeber (Cliff Morten) angeschrieben, eine Geschichte beizusteuern. Cliff hatte meine Soldatenoper entdeckt und auf der Basis kam dann der Kontakt zustande. Nachdem ich quasi aufgegeben hatte, im Gay-Bereich je kommerziell zu veroeffentlichen, hat es jetzt durch die Hintertuer (pun intended) geklappt; Cliff hat mehrere Buecher mit Bruno Gmuender, Himmelsstuermer und Maennerschwarm gemacht - was im wesentlichen die drei grossen Namen sind, und Kontakte bestehen auch zum Querverlag, dem grossen Namen Nummer 4 in der deutschen Gay-Literatur.

Nach intensivem Email-Wechsel ist uns beiden auch klar, dass wir “miteinander koennen”, und im Moment nehme ich mir einen von Cliffs Romanentwuerfen vor, der etwas von der Spur abgekommen ist. Ich habe genug Projekte vor die Wand gefahren, um hilfreich eingreifen zu koennen, wenn ein Roman nicht so will wie der Autor. Entsprechend bringen wir den Roman als Kooperation zuende, sobald mein Stress im Job und Cliffs Urlaub vorbei sind. Es kommt also mehr von mir in die Richtung.

Was die Anthologie angeht, bezieht sie sich stark auf die Soldatenoper, aber fast eher als Insiderwitz (ich baue fast immer Querverbindungen ein, daran habe ich Freude), aber ist auch “ohne” zu verstehen, sonst haetten sie die nicht genommen.

Die Kurzgeschichte weicht in Stil und Duktus von dem ab, was ich sonst mache; da der Rest der Anthologie schon stand und meine Geschichte sich nahtlos einfuegen sollte, habe ich meinen Stil angeglichen und mit denselben Figuren gearbeitet, mit denen die anderen Autoren gearbeitet haben. Das war tatsaechlich das Aufwendigste; in die Koepfe fremder Figuren reinzukommen.

Die Story heisst “Die Rasur” und wurde geschrieben von Aleksandr Voinov, was jetzt mein Porno-Pseudonym ist. Die Anthologie erscheint im Bruno Gmünder-Verlag in deren Porno-Reihe “Loverboys”. Die Daten:

Herausgeber: Aiden Kell
Titel: Loverboys 89: Jungs auf Entdeckungsreise
ISBN-10: 3867871914
ISBN-13: 978-3867871914

Das Buch erscheint im August, kann aber hier vorbestellt werden.

Ich hoffe, dass das ein guter Einstieg ist, mit etwas ein bisschen Geld zu verdienen, was ich ohnehin bisher “nebenbei” geschrieben habe. Es ist ausserdem eine (recht) kleine Auflage, koennte also mal Sammlerwert erhalten, falls ich reich und beruehmt werde - und fuer die Unerschrockenen wuerde ich’s auch signieren. :)

Krebs, der alte Bekannte

Posted June 28th, 2008 by AlexW
Categories: Deutschland, Erinnerung

Vor wenigen Monaten ist mein Grossvater gestorben - Pankreas-Krebs. Natuerlich bin ich zur Aufbahrung hingeflogen.
Vor einigen Tagen bekam ich den Anruf, dass bei meiner Grossmutter (ebenfalls muetterliche Seite) ein Hirntumor festgestellt wurde. Veraestelt, boesartig, inoperabel.
Meine Erinnerungen - und als Historiker lebe ich immer im Rueckblick - sind sehr zwiespaeltig, vieles davon werde ich erst aufschreiben, wenn sie unter der Erde ist. Oder verschluesselt, wie immer, im Roman. Vielleicht reicht es, zu sagen, dass meine Oma eine der (vielen) Inspirationen hinter Voiatas Mutter ist. Sie kann nichts dafuer, dass sie ist, wie sie ist, aber dass sie so ist wie sie ist (und bald war), werde ich erinnern und werde ich schreiben.
Natuerlich kommen kindliche/jugendliche Verletzungen dazu, Aussagen, ich sei “zu fett” (selbst ein laufender Kubikmeter), die Frage, wo ich denn alle meine Stories “abgeschrieben” haette, Vorwuerfe, ich wuerde Woerter verwenden, die’s gar nicht gibt und die keiner kennt (das konkrete Beispiel war “pflichtschuldig”), und ob ich Satanist sei nach einer “Lindenstrasse” Folge, bei der Rollenspieler wohl als Satanisten in Erscheinung getreten waren.
Meine Oma war die Familienmatriarchin, die, um die ihre Toechter und Soehne kreisten, deren Meinung wichtig war, die ein Kind gegen das andere ausspielte. Von den drei erstgeborenen Enkeln war ich der Freak, waehrend meine Cousine und mein Cousin vollkommen akzeptiert waren. Sie hat in ihrem Leben ein halbes Dutzend Hunde zu Tode gefuettert (als letztes einen preisgekroenten Golden Retriever, dessen 15kg schweres Krebsgeschwuer in der Tonne gar nicht auffiel, bis der verzogene Koeter am Ende klaefflos entschlief), 12 Kinder geboren, von denen 8 erwachsen wurden und 7 noch leben. Mutterkreuz hat sie knapp verpasst, denn da waren die Nazis schon nicht mehr.

Da sie mich ablehnte habe ich mich auf ihre Machtspielchen nie eingelassen, aber ihre Kinder wollten verzweifelt geliebt werden. Die Frage ist, ob meine Grossmutter jemals jemanden ausser ihren Mann geliebt hat. Ich hatte immer den Eindruck, die Kinder seien “so passiert”, teil der ehelichen Pflichten. Die Mutterstute, die treu eines nach dem anderen wirft und sich dann nicht mehr wesentlich dafuer interessiert.

Andererseits. Ich erinnere mich an ihre Trauer, als ihr Mann starb, ihre kuehle, faltige Hand an meiner Wange, ich erinnere mich daran, dass sie finanziell einsprang, als mein Stipendium ausgelaufen war. Ich erinnere mich daran, dass sie gut kocht, die Lust am guten (teuren) Essen, eine gewisse Anpacker-Mentalitaet. Gleichzeitig der Materialismus, die Verschwendungssucht, der verzweifelte Versuch, sich zu profilieren. Rennbahn-Prominenz - eine kleine Celebrity in der Halb- und Pseudowelt des Pferdesports. Die mehrere Vermoegen durchgebracht hat, um ihren exorbitanten Lebensstil und die Gaeule ihres Ehemannes zu finanzieren. Deren wesentliches Sinnen und Trachten darauf ausgerichtet war, anderer Leute Kohle an sich zu bringen, Neid, Missgunst. Die fast schockiert war, als ich mit dem Diplomaten-Freund auflief: frei nach dem Motto, Alex ist zwar fett und haesslich, wo kommen die tollen Partner/Freunde her?
Zum Teil wegen ihr war es das beste, was ich tun konnte, als ich mich aus Deutschland verabschiedet habe. Ich wollte die Geruechte, die Intrigen, die ueble Nachrede nicht mehr. Es war
die beste Entscheidung meines Lebens.
Aber: Wieder Krebs. Wieder der Tod. Wieder die Trauer der Familie. Wieder werde ich nicht mehr fuehlen als eine leise Wehmut ueber die Vergaenglichkeit und werde staunen ueber diese Fremden, mit denen ich blutsverwandt bin, diese schoenen, meist eher simpel gestrickten Menschen mit ihren Problemen und Kaempfen. Und danach, erloest, in den Flieger steigen und entkommen.
Wenn ich sterbe, wird das eine stille Sache sein, still und leise, ein paar Freunde. Ich will nicht, dass man sich das Maul zerreisst, ich will nicht verurteilt, abgeurteilt und verspottet werden von Leuten, die mich gar nicht kennen.
Irgendwo da ist ein Buch. Manchmal frage ich mich, ob ich danach tasten soll, aber da ist eine schreckliche Dunkelheit, und ich erwarte, auf sehr viele Zaehne und eiternde Wunden zu stossen.
Und wem tue ich damit einen Gefallen?
Jetzt gilt es zu planen, ein Bett zu finden, Urlaub zu buchen, Fluege klarmachen. Und dann wieder, Gesicht voran, meiner Vergangenheit zu begegnen.
Dem primordialen Gewebe, aus dem meine Mutter entstieg.